Posts mit dem Label VW Opfer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label VW Opfer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 19. Dezember 2011

Denken heißt vergleichen


„Denken heißt vergleichen!“ Walther Rathenau

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

da hört man doch schon wieder im Bezug auf die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff, den Begriff „Typisch deutsche Neiddiskussion“

Können sie sich vorstellen, dass ein Millionär einem einfachen Schlosser einen extrem günstigen Kredit von 500 000€ für den Bau seines Hauses einräumt?

Können sie sich weiterhin vorstellen, dass ein VW Top Manager einen Arbeitslosen zu einem Geschäftsessen, mit allem drum und dran a la Hartz, einlädt?

Können sie sich vorstellen, dass ein „Hartz-Aufstocker“, der 40 Stunden die Woche arbeitet, von einem Gönner zu Weihnachten eine Kiste französischen Cognac geschickt bekommt?

Können sie sich auch vorstellen, dass ein älterer Langzeitarbeitsloser, der gerade all seine Ersparnisse aufbrauchen muss, von einem umstrittenen Finanzjongleur in dessen Ferienanlage zum Urlaubmachen eingeladen wird?

Also ich kann mir das nur sehr schlecht vorstellen. Warum nur? Bitte korrigieren sie mich hier, wenn sie eine andere Antwort als die meine haben.

Also ich sage: 

„Diese Dinge passieren nicht, weil die „allzu edlen“ Spender sich von dem oben genannten Personenkreis keine Vorteile versprechen.“

Gerade das ist der Grund weshalb es sich bei der Diskussion um diese Affäre um keine „Neiddiskussion“ handelt.

Wo hört Gefälligkeit auf – wo fängt Korruption an?

Wo hört Rat auf – wo fängt Einflussnahme an?

Gerade weil man das nicht so genau sagen kann gibt es entsprechende Gesetze. Auch und vielleicht gerade in Niedersachsen.

„Denken heißt vergleichen!“

Wissen sie was mit einem Arbeitslosen passieren kann, der einmal im Jahr sich zwei Nächte um die Ohren schlägt, in einem Supermarkt bei der nächtlichen Inventur hilft und dafür 70 € erhält und dies auch noch vorschriftsmäßig meldet?

Er wird ganz automatisch von der Bundesarmutsagentur unter den Generalverdacht gestellt mit noch mehr Schwarzarbeit den „Sozialstaat“ zu betrügen. Der Arbeitslose muss sich erklären und mit seiner Unterschrift versichern, wirklich nur 70 € erhalten zu haben.

Wissen sie was einem Arbeitnehmer passieren kann, wenn er bei seinem Arbeitgeber bereits schon auf der berühmten „Abschussliste“ steht und er sich im Stress aus Versehen bei einer Kassenabrechnung um 3,50 € verrechnet?

Er bekommt eine fristlose Kündigung, mit der Begründung, dass das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber nachhaltig gestört  ist und eine Weiterbeschäftigung jenes Mitarbeiters dem Arbeitgeber nicht weiter zuzumuten sei. Zusätzlich wird er dann für drei Monate von der Leistung der Agentur für Arbeit gesperrt, weil er schuldhaft diese Kündigung herbeigeführt hat. Jedes Arbeitsgericht wird die fristlose Kündigung für rechtmäßig erklären.

Aber niemand fragt den Arbeitnehmer, was er von seinem Vertrauensverhältnis zu seinem Arbeitgeber hält, nachdem jener Arbeitnehmer feststellen muss, dass ihm zwar alle Sozialbeiträge von seinem Lohn abgezogen wurden sind, jedoch diese bei den Kassen nie ankamen und er auch sonst seinem Geld immer wieder nachlaufen muss.

Verdient ein niedersächsischer Ministerpräsident denn wirklich nur so wenig, dass er sich einen marktüblichen Kredit für sein Haus nicht leisten kann?

Also was ist jetzt mit dem Vertrauensverhältnis zwischen dem Arbeitnehmer Wulff und seinem Arbeitgeber, dem Deutsche Volk, nachdem Herr Wulf seine diversen Vorteile, aber eben erst nachdem man ihm auf die Schliche gekommen ist, so nach und nach preisgibt?

„Sie predigen Wasser und saufen Wein“




Genau diese Heuchelei ist es, die das Amt des Deutschen Bundespräsidenten, durch das Verhalten von Herrn Wulff beschädigt.

Schon vor vielen hundert Jahren hat eine solche Haltung der damals Federführenden, gerade in Zeiten wachsender Armut, zur dauerhaften Kirchenspaltung und in deren Folge zu grausamen langen Kriegen, die Europa stark entvölkerten, geführt.  
Glauben sie bloß nicht, dass sich das in heutiger Zeit nicht wiederholen kann. 
Die Demokratie wird nicht nur vom nationalen und Internationalen Terror bedroht. Sondern auch von grenzenloser Gier nach Macht und Geld.



Dennoch stehen einem Deutschen Bundespräsidenten solche juristischen Spitzfindigkeiten eher schlecht zu Gesicht.

Wenn es wirklich so ist, dass Herr Wulff nur darüber etwas sagt, wonach er direkt gefragt wird, dann frage ich mich schon, ob es nicht auch besser wäre, Herrn Wulff  noch einmal ganz konkrete Fragen in der VW Affäre um Herrn Hartz zu stellen. Vielleicht weiß Herr Wulff in dieser Sache mehr als er bisher gesagt hat.  Aber niemand hat  ihn bisher direkt danach gefragt.

Die zweite Chance

Man darf schon gespannt sein, in welche Richtung sich diese Angelegenheit bis zum Ende des Jahres entwickelt.

Im Übrigen bin ich nur für einen Rücktritt von Herrn Wulff ohne Anspruch eines sonst üblichen lebenslangen Ehrensolds. Den hätte er sich dann wirklich nicht verdient.

Mir ist zum Beispiel nicht bekannt, dass er in seiner Amtszeit irgendwann einmal „eine Lanze“, für ältere Langzeitarbeitslose, Leiharbeiter mit einem Lohn unterhalb der Armutsgrenze, einen „Hartz Aufstocker“ oder anderer Menschen in prekärer Einkommenssituation, „gebrochen“ hätte.

Er wird sicherlich nicht in eine solch prekäre Einkommenssituation kommen. Selbst wenn er auf den „Ehren“sold eines Ex Bundespräsidenten verzichten müsste.

Aber wie schon so oft in der Vergangenheit erlebt, wird man für ihn, bestenfalls nach entsprechenden Reuebezeugungen, eine „Zweite Chance“ fordern.

Es gibt in Deutschland eine ständig steigende Menge von Menschen, die bis an ihr Lebensende noch nicht einmal eine „Erste Chance“ bekommen. Eigentlich wären die dann erst einmal dran.


Euer Pelias




Sonntag, 3. August 2008

Wer im Glashaus sitzt...

sollte nicht mit Steinen werfen.

Gerade dieser bekannte Spruch des Volksmundes fällt mir immer wieder ein, wenn ich heute, wenige Tage vor den Olympischen Spielen in Peking, die Diskussionen um Menschenrechte in China höre und sehe.
Dabei fällt mir aber auch auf wie gut einer der Hauptsponsoren dieser Olympischen Spiele zum heutigen China passt.

So sollten vor allem Olympiasponsoren "dem Bekenntnis der Olympischen Charta zur Schaffung einer friedlichen Gesellschaft unter Wahrung der Menschenwürde verpflichtet sein."
An dieser Stelle nur soviel zum Wunschdenken und der Theorie.

Denn sobald man die Begriffe "Menschenrechte" gemeinsam mit dem Namen "VW" (eben einem jener Hauptsponsoren) in allen gängigen Suchmaschinen eingibt, kommt man schnell zu der Überzeugung, dass VW in Sachen Menschenrechte in China eher wenig am Hut hat.





Verwunderlich ist dieser Umstand allerdings nicht. Der Fall des VW Opfers Rainer Beutler und dies ist nur einer von vielen, (den sollte man in diesem Zusammenhang auch gleich mal mitgoogeln) zeigt überdeutlich, Menschenrechte sind für dieses Unternehmen auch nicht gerade erstes Ziel am Heimatstandort Deutschland.

Psychische Gewalt am Arbeitsplatz (Mobbing) ist eine Verletzung von Menschen und Grundrechten. Hier werden Menschen (Mitarbeiter) gezielt fertig gemacht und von ihrem Arbeitsplatz hinein in den sozialen Abstieg getrieben.
„Mobbing“, dieser Begriff der vielen von uns schon lange nicht mehr gefällt, der manchmal schon ziemlich abgegriffen wirkt und auch schon von manchem „Unwissenden“ ins lächerliche gezogen worden ist.
Mir gefällt dieser Begriff inzwischen auch nicht mehr. Ich würde von Ausgrenzung von Menschen aus niedrigem Beweggrund sprechen. Doch als Schlagwort taugen der Begriff „Mobbing“ und seine Facetten „Bossing“ und „Staffing“ allemal.
Doch bleiben wir doch lieber bei dem Begriff Ausgrenzung. Denn nichts anderes ist es.
In diesem, heutigen Deutschen Staat werden zunehmend wieder Menschen ausgegrenzt. Doch die Beweggründe dazu sind mehr als niedrig. (Habgier, Neid und Missgunst etc)

Da gibt es Firmen, die Personal abbauen wollen und die nicht wissen, wie sie bei langjährigen Mitarbeitern, die in den Firmen und für die Firmen „grau“ geworden sind, den, aus gutem Grund bestehenden, Kündigungsschutz umgehen können. Da greift man eben mal zum Mittel der Verleumdung, die dann zur Ausgrenzung, der verleumdeten Person führt.
Da gibt es Vorgesetzte die viel zuwenig von Mitarbeiterführung verstehen und „Problemchen“ aussitzen bis sie diese zu Problemen ausgebrütet haben. Derjenige Mitarbeiter der das „Problemchen“ hatte, wird dann zum Problemfall und zum Störer des Betriebsfriedens gemacht. Dabei war der Vorgesetzte nur unfähig.
Seine Unfähigkeit vertuscht er damit, dass er mit dem Finger auf den anderen zeigt.

Doch die vergangenen (oft leider schon wieder in Vergessenheit geratenen) und auch die tagesaktuellen Affären wie "VW-Affäre", "Siemensaffäre", "Telekomaffäre", "Bespitzelungsaffäre bei Lidl und Konsorten" etc. zeigen überdeutlich noch einen weiteren, immer wichtiger werdenden Grund für Mobbing auf.

Korruption und Mobbing sind wie siamesische Zwillinge. Sie bedingen einander.

Denn durch Mobbing können kritische, geradlinige, unbestechliche und somit, für zur Korruption geneigte Entscheidungsträger, potentiell gefährliche Mitarbeiter aus den Weg geräumt werden.
Die heutige Gesetzgebung und die äußerst mangelhafte juristische Bewertung solcher Vorgänge machen es den Tätern besonders leicht.

Die Opfer hingegen kämpfen einen aussichtslosen Kampf um ihre, im Grundrecht und auch in den Menschenrechten verbriefte, körperliche und seelische Unversehrtheit. Die menschlichen Folgen für die gemobbten Mitarbeiter und deren Angehörigen sind meist verheerend und prägen sie bis an ihr Lebensende. Doch gibt es für sie keine echte Hilfe.
Die Meisten der Opfer sind krank geworden und stehen in den allermeisten Fällen ohne professionelle Hilfe da. Selbst langjährige Partnerschaften zerbrachen oder zerbrechen gerade.
Dass man durch die Hartz IV Gesetzgebung zur „Bedarfsgemeinschaft“ degradiert wird, trägt auch nicht gerade zum besseren Lebensgefühl bzw. Partnerschaftsgefühl bei.
Eine erschreckend hohe Zahl der Opfer von psychischer Gewalt am Arbeitsplatz hat durch Suizid ihr Leben verloren.



Von Gerechtigkeit, Genugtuung durch die Bestrafung der Täter, Schadenersatz, Schmerzensgeld zur Verwendung, den entstandenen gesundheitlichen Schaden zu mildern und von neuen Arbeitsplätzen an denen die Opfer eventuell neues Vertrauen schöpfen könnten, sind wir in diesem Land Lichtjahre entfernt.

Auch bei den Kranken- und Rentenkassen, bei der Agentur für Arbeit, den Sozialkassen, den Versorgungsämtern und entsprechenden Versorgungswerken, später vielleicht auch bei den Pflegekassen entsteht durch Mobbing am Arbeitsplatz, ein kaum abschätzbar hoher Schaden. Eigentlich sollte man dort ein (finanzielles) Interesse haben, die Opfer bei Schadenersatzklagen und der dazu notwendigen Beweisführung aktiv zu unterstützen um gegebenenfalls gegenüber den Verursachern, die für die Heilung des Erkrankten entstanden Kosten, zurück fordern zu können. Bei Unfällen mit Fremdbeteiligung ist dies ein ganz normaler Vorgang.

Doch sind es sehr oft gerade mobbende Unternehmen und deren Arbeitgeberverbände, die am lautesten über die hohen Lohnnebenkosten wegen der hohen Sozialkosten, klagen.
Dabei gehören sie selbst zu den Verursachern der leeren Kassen.

Erschreckend ist dabei auch die Reaktion dieser entsolidarisierten Gesellschaft die es zugelassen hat, dass man auf Vorgänge dieser Art eher nach dem "Floriansprinzip“ reagiert.
Natürlich ist es einfacher von China die Einhaltung der Menschenrechte zu fordern. Man setzt sich dabei weniger in die berühmten "Nesseln", als wenn man vor und in dem Haus "Deutschland" in Sachen Menschenrechte einmal gründlich auskehren würde.

Das ist mehr als scheinheilig!