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Donnerstag, 14. August 2008

Schockierendes Urteil

Zu einem schockierenden Urteil kam das Bundesarbeitsgericht am 24.04.08. Die Ehefrau eines Mobbingopfers hatte geklagt, nach dem ihr Ehemann sich wegen Mobbingattacken umgebracht hat. Das Urteil muss man lesen und hoffen, das man nicht das Kotzen bekommt.
BAG AZ. 8 AZR 347/07: SELBSTMORD BEI MOBBING ERST KAUSAL BEWEISEN
Tom hat dazu auf dem mobbing-gegner einen Kommentar oder Blog verfasst und den ganzen Fall aufgerollt.
Ich kriege schon Übelkeitsgefühle, wenn Richter von der Klägerin, Ehefrau und Erbin erwarten, sie müsse kausal nachweisen, dass Mobbing stattgefunden hätte und für den Tod verantwortlich gewesen sei.
Diese Herren Richter sollte man mal bei der Deutschen Post AG im Bereich Brief einsetzen, wenn der Mob aus Mahlsdorf - Ostberlin und eine der Hochburgen von Erich Mielke - von der Leine gelassen werden, dann wissen die Herren was Kausaliät in der Realität bedeutet und was die Würde eines Menschen bedeutet, wenn diese ihm genommen wird, das ist nämlich Demokratie, die Würde des Menschen, nicht kausal aber real.
Und sie werden dann die Muster verstehen, die bei Mobbing stattfinden und in den Hinterstuben der Stasi und Gestapo entwickelt worden sind, wie es der Anwalt Dr. Etzel auf seiner Homepage sachlich und korrekt darstellt.
Zum Urteil der Bundesarbeitsrichter ist folgendes zu sagen. Einmal kann eine dritte Person, in dem Falle die Ehefrau oft kaum nachvollziehen, was mit dem Opfer am Arbeitsplatz geschehen ist. Jeder Psychologe kann das jedem normalen Menschen in fünf Minuten erklären, nur die arrogante Gilde der Richter hat hier wohl einen primären Mangel an sozialem Bewusstsein.
Und aus den vielen Untersuchungen von Folter- und Mobbingopfern wissen wir, dass die Beziehungen und Familien fast generell daran zugrund gehen. Leider unterlässt es die Politik hier generell Untersuchungen durchzuführen, zu groß ist die Angst der Politiker vor der Wahrheit in diesem Land von Adolf Hitler und Erich Mielke und deren Enkelkinder. Denn jede Untersuchung mit diesen Zusammenhängen würde folgendes erschreckendes Bild ergeben. In Deutschland wird mehr und nach der Logik der beiden Diktaturen gemobbt, als dies in einem anderen Land in Europa möglich wäre. Die hohe Anzahl der Scheidungen und kaputten Familien ist seit den 80er Jahren und insbesondere ab 1990 zugleich Ausdruck der gesellschaftlichen Stellung, die Stasispitzel und Altnazis in dieser Gesellschaft erfahren und erfahren haben. Und würde man die Täter von Mobbing in den neuen Bundesländern und Berlin mit den Daten der Birthlerbehörde vergleichen, würde sich ein erschreckendes Bild geben, das bis in die obersten Etagen der Politik, Justiz, Geheimdienst und Gewerkschaften reicht. Das ist die wahre Grausamkeit von Mobbing und deren Duldung durch die Gier der Macht um jeden Preis. Opfer stören da nur, insbesondere dann, wenn sie etwa sich das Recht herausnehmen, sich mit juristischen Mitteln zu wehren.
Obwohl Arbeitsrichter über hunderttausend Fälle von Mobbing Jahr für Jahr auf den Tisch bekommen, wird in keinem Fall eines Verdachts auf Mobbing bei der Staatsanwaltschaft etwa Anzeige erstattet, vielmehr versuchen dilettantische Richter das Problem auf ihre faule und bequeme Art zu lösen. Anträge der Opfer werden fast generell nie zur Kenntnis genommen, Beweismittel werden nicht angefordert und Zeugen werden nicht geladen, selbst wenn sie Mitglied der Bundesregierung sind und vielerorts werden oft die Opfer zum Prozess oder diesen berühmten Vergleichsverhandlungen gar nicht eingeladen. Ein makaberes Spiel was sich da in den Arbeitsgerichten abspielt und ein Schlag ins Gesicht jedes Menschen, der sich um seine Würde bemüht. Nein, die Kausalität bei Mobbing heißt, Täter werden geschützt und zu weiteren Mobbinghandlungen gar animiert. Denn vor den Arbeitsgerichten erfahren sie ja fast immer die Heiligsprechung. Was will man mehr als perverser und sadistischer Mensch/Täter erwarten oder gar erhoffen?
Im Falle der Ehefrau und Erbin kann man ihr nur dringend anraten und wenn nötig finanziell unterstützen, sich umgehend an den EU-Gerichtshof zu wenden. Dort sitzen endlich einmal Richter die unabhängig sind und dem Grundgedanken unserer und der europäischen Verfassung sich verpflichtet fühlen, die Würde des Menschen zu schützen, denn diese ist und bleibt unantastbar. Und es ist immer wieder erschreckend festzustellen, dass die Anwälte in dieser Berliner Republik immer noch nicht verstanden haben, wo sie für die Opfer von Mobbing Gerechtigkeit erlangen, nämlich nicht vor den Pipifaxinstanzen einer desolaten deutschen Rechtsordnung, sondern vor einem Gericht, das aus der Tradition der europäischen Humanität ihre Rechtssprechung ableitet. Denn wo sollte schon Humanität im Land von Adolf Hitler und Erich Mielke sich in den letzten 100 Jahren entwickelt haben oder etwa gar gefördert worden sein? Übrigens, unter diesen beiden Herren gab es auch Richter, nicht zu fassen im Grunde genommen.
Armes Deutschland.
http://blog.mobbing-gegner.de/

Sonntag, 3. August 2008

Wer im Glashaus sitzt...

sollte nicht mit Steinen werfen.

Gerade dieser bekannte Spruch des Volksmundes fällt mir immer wieder ein, wenn ich heute, wenige Tage vor den Olympischen Spielen in Peking, die Diskussionen um Menschenrechte in China höre und sehe.
Dabei fällt mir aber auch auf wie gut einer der Hauptsponsoren dieser Olympischen Spiele zum heutigen China passt.

So sollten vor allem Olympiasponsoren "dem Bekenntnis der Olympischen Charta zur Schaffung einer friedlichen Gesellschaft unter Wahrung der Menschenwürde verpflichtet sein."
An dieser Stelle nur soviel zum Wunschdenken und der Theorie.

Denn sobald man die Begriffe "Menschenrechte" gemeinsam mit dem Namen "VW" (eben einem jener Hauptsponsoren) in allen gängigen Suchmaschinen eingibt, kommt man schnell zu der Überzeugung, dass VW in Sachen Menschenrechte in China eher wenig am Hut hat.





Verwunderlich ist dieser Umstand allerdings nicht. Der Fall des VW Opfers Rainer Beutler und dies ist nur einer von vielen, (den sollte man in diesem Zusammenhang auch gleich mal mitgoogeln) zeigt überdeutlich, Menschenrechte sind für dieses Unternehmen auch nicht gerade erstes Ziel am Heimatstandort Deutschland.

Psychische Gewalt am Arbeitsplatz (Mobbing) ist eine Verletzung von Menschen und Grundrechten. Hier werden Menschen (Mitarbeiter) gezielt fertig gemacht und von ihrem Arbeitsplatz hinein in den sozialen Abstieg getrieben.
„Mobbing“, dieser Begriff der vielen von uns schon lange nicht mehr gefällt, der manchmal schon ziemlich abgegriffen wirkt und auch schon von manchem „Unwissenden“ ins lächerliche gezogen worden ist.
Mir gefällt dieser Begriff inzwischen auch nicht mehr. Ich würde von Ausgrenzung von Menschen aus niedrigem Beweggrund sprechen. Doch als Schlagwort taugen der Begriff „Mobbing“ und seine Facetten „Bossing“ und „Staffing“ allemal.
Doch bleiben wir doch lieber bei dem Begriff Ausgrenzung. Denn nichts anderes ist es.
In diesem, heutigen Deutschen Staat werden zunehmend wieder Menschen ausgegrenzt. Doch die Beweggründe dazu sind mehr als niedrig. (Habgier, Neid und Missgunst etc)

Da gibt es Firmen, die Personal abbauen wollen und die nicht wissen, wie sie bei langjährigen Mitarbeitern, die in den Firmen und für die Firmen „grau“ geworden sind, den, aus gutem Grund bestehenden, Kündigungsschutz umgehen können. Da greift man eben mal zum Mittel der Verleumdung, die dann zur Ausgrenzung, der verleumdeten Person führt.
Da gibt es Vorgesetzte die viel zuwenig von Mitarbeiterführung verstehen und „Problemchen“ aussitzen bis sie diese zu Problemen ausgebrütet haben. Derjenige Mitarbeiter der das „Problemchen“ hatte, wird dann zum Problemfall und zum Störer des Betriebsfriedens gemacht. Dabei war der Vorgesetzte nur unfähig.
Seine Unfähigkeit vertuscht er damit, dass er mit dem Finger auf den anderen zeigt.

Doch die vergangenen (oft leider schon wieder in Vergessenheit geratenen) und auch die tagesaktuellen Affären wie "VW-Affäre", "Siemensaffäre", "Telekomaffäre", "Bespitzelungsaffäre bei Lidl und Konsorten" etc. zeigen überdeutlich noch einen weiteren, immer wichtiger werdenden Grund für Mobbing auf.

Korruption und Mobbing sind wie siamesische Zwillinge. Sie bedingen einander.

Denn durch Mobbing können kritische, geradlinige, unbestechliche und somit, für zur Korruption geneigte Entscheidungsträger, potentiell gefährliche Mitarbeiter aus den Weg geräumt werden.
Die heutige Gesetzgebung und die äußerst mangelhafte juristische Bewertung solcher Vorgänge machen es den Tätern besonders leicht.

Die Opfer hingegen kämpfen einen aussichtslosen Kampf um ihre, im Grundrecht und auch in den Menschenrechten verbriefte, körperliche und seelische Unversehrtheit. Die menschlichen Folgen für die gemobbten Mitarbeiter und deren Angehörigen sind meist verheerend und prägen sie bis an ihr Lebensende. Doch gibt es für sie keine echte Hilfe.
Die Meisten der Opfer sind krank geworden und stehen in den allermeisten Fällen ohne professionelle Hilfe da. Selbst langjährige Partnerschaften zerbrachen oder zerbrechen gerade.
Dass man durch die Hartz IV Gesetzgebung zur „Bedarfsgemeinschaft“ degradiert wird, trägt auch nicht gerade zum besseren Lebensgefühl bzw. Partnerschaftsgefühl bei.
Eine erschreckend hohe Zahl der Opfer von psychischer Gewalt am Arbeitsplatz hat durch Suizid ihr Leben verloren.



Von Gerechtigkeit, Genugtuung durch die Bestrafung der Täter, Schadenersatz, Schmerzensgeld zur Verwendung, den entstandenen gesundheitlichen Schaden zu mildern und von neuen Arbeitsplätzen an denen die Opfer eventuell neues Vertrauen schöpfen könnten, sind wir in diesem Land Lichtjahre entfernt.

Auch bei den Kranken- und Rentenkassen, bei der Agentur für Arbeit, den Sozialkassen, den Versorgungsämtern und entsprechenden Versorgungswerken, später vielleicht auch bei den Pflegekassen entsteht durch Mobbing am Arbeitsplatz, ein kaum abschätzbar hoher Schaden. Eigentlich sollte man dort ein (finanzielles) Interesse haben, die Opfer bei Schadenersatzklagen und der dazu notwendigen Beweisführung aktiv zu unterstützen um gegebenenfalls gegenüber den Verursachern, die für die Heilung des Erkrankten entstanden Kosten, zurück fordern zu können. Bei Unfällen mit Fremdbeteiligung ist dies ein ganz normaler Vorgang.

Doch sind es sehr oft gerade mobbende Unternehmen und deren Arbeitgeberverbände, die am lautesten über die hohen Lohnnebenkosten wegen der hohen Sozialkosten, klagen.
Dabei gehören sie selbst zu den Verursachern der leeren Kassen.

Erschreckend ist dabei auch die Reaktion dieser entsolidarisierten Gesellschaft die es zugelassen hat, dass man auf Vorgänge dieser Art eher nach dem "Floriansprinzip“ reagiert.
Natürlich ist es einfacher von China die Einhaltung der Menschenrechte zu fordern. Man setzt sich dabei weniger in die berühmten "Nesseln", als wenn man vor und in dem Haus "Deutschland" in Sachen Menschenrechte einmal gründlich auskehren würde.

Das ist mehr als scheinheilig!

Dienstag, 17. Juni 2008

Mobbing ist Folter, Teil 2

fZum Thema Mobbing und Menschrechte schreibt Jörg Hensel einen offenen Brief an Frau Granold, die sich im Parlament zu verschiedenen Anträgen geäußert hat:
"Abgelehnt wurde im Plenum ein Antrag der Grünen (16/8760, 16/9411), in dem sie eine „effektive“Umsetzung des UN-Zusatzprotokolls und ein absolutes Folterverbot forderten. Ute Granold (CDU) bezeichnete den Antrag als „Schaufensterpolitik“. Er sei absolut haltlos.
„Wir treten international entschlossen für die Einhaltung der Menschenrechte ein und legen dort den Finger in die Wunde, wo Menschenrechte eklatant verletzt werden, unabhängig davon, ob das in Russland, Kuba, Venezuela, Nordkorea oder im Iran der Fall ist“, so Granold. Florian Toncar (FDP) ging auf die sensible Frage des Geldes ein. Der Bund finanziere „im Wesentlichen“ nur eine neue Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters. Das Geamtbudget für den Präventionsmechanismus betrage 300.000 Euro. „Das ist ausgesprochen wenig“, so Toncar. Christoph Strässer (SPD) meinte zur Finanzierung: Die Länder seien nur bereit gewesen über dieses Thema zu reden, „wenn sie mit nicht mehr als insgesamt 200.000 Euro belastet werden“. Die lange Vorlaufzeit bis zur Ratifizierung, die vorher die FDP und Grünen angesprochen hatten, quittierte der Sozialdemokrat Strässer selbstkritisch mit einer Fragen: „Wer hat eigentlich 2002 bis 2005 regiert?“
Jörg Hensel schreibt an Frau Granold folgende Brief:
"Guten Tag Frau Granold,

im "Das Parlament" Nr. 24/25 - 9./16. Juni 2008, Seite 10 war zu lesen,

dass Sie entschlossen für die Einhaltung der Menschenrechte eintreten und dort den Finger in die Wunde legen, wo Menschenrechte eklatant verletzt werden,

Nun verhält es sich jedoch so, dass Menschenrechte, insbesondere in der Arbeitswelt der Bundesrepublik Deutschland millionenfach (s. aktuelle Emnid Studie) durch Mobbing bzw. Psychoterror eklatant verletzt werden; die Politik bzw. der Staat jedoch keinerlei „wirksame“ und für die traumatisierten Opfer gangbare und geeignete Mittel zur Prävention, Abwehr und zur Sanktion bereitstellt.

Vielmehr kann man feststellen, dass beispielsweise rechtliche Hürden hierzu immer höher gelegt werden, so dass Betroffene kaum eine reelle Chance auf Wahrung ihres Rechtes auf körperliche Unversehrtheit haben; innerbetrieblich das Arbeitsschutzgesetz und sonstige Schutzgesetze (z.B. SGB 9) in Fällen von Mobbing keinerlei Bedeutung haben; Arbeitnehmervertretungen und Beschäftigte eher wegschauen; an Arbeitsschutzbehörden und Berufsgenossenschaft gerichtete Beschwerden im Sand verlaufen; Krankenkassen ihren Präventionsauftrag betr. Mobbing nicht spürbar wahrnehmen.

Mich würde Ihre Meinung zu diesen eklatanten Fällen von Menschenrechtsverletzungen in der Bundesrepublik Deutschland interessieren.

Vielen Dank für die Antwort.

Freundliche Grüße

Sich.-Ing. Jörg Hensel"
Mal gespannt, ob er überhaupt Antwort erhält und welche? Die WIR-Zeitung informiert.

Donnerstag, 27. März 2008

Bespitzelung-Lidl schiebt Vorwürfe auf Detektive ab

so titelt focus.de am 26.03.08, 18:27

Der Discounter Lidl hat eingestanden, dass Detektive in Filialen Überwachungskameras installiert hätten. Sie hätten aber nicht den Auftrag gehabt, die Mitarbeiter auszuspionieren.

Lidl-Mitarbeiter wurden ausspioniert
Das Magazin „Stern“ berichtete, der Lebensmittel-Discounter Lidl habe Mitarbeiter systematisch überwacht. Beschäftigte seien mit Hilfe von Kameras ausgespäht worden. Dem Magazin liegen nach eigenen Angaben mehrere Hundert Seiten interner Protokolle vor, in denen genau notiert sei, wann und wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gingen oder wer möglicherweise mit wem ein Liebesverhältnis habe. Die meisten dieser Einsatzberichte stammen aus Lidl-Filialen in Niedersachsen.
Lidl-Geschäftsleitungsmitglied Jürgen Kisseberth sagte dazu: „Wir haben keine Mitarbeiter ausspioniert.“ Kisseberth zufolge schaltete Lidl zwei Detekteien ein, um durch Diebstahl verursachte „Inventurverluste“ zu vermeiden. Dies sei eine „handelsübliche Maßnahme“. Die beiden Detekteien hätten aber nicht den Auftrag gehabt, Mitarbeiter auszuspähen. Lidl werde nun generell nicht mehr mit Detekteien zusammenarbeiten, kündigte er an. Etwaige Daten, die von Detektiven über Mitarbeiter gesammelt worden seien, würden nicht verwendet. Ein Bespitzeln von Mitarbeitern sei „nicht gewollt“.Ver.di spricht von SchweinereienDem „Stern“ zufolge funktionierte die Überwachung immer nach dem gleichen Schema: Detektive hätten in Filialen Miniaturkameras installiert. Die Detektive hätten dann aber auch ihre genauen Beobachtungen der Lidl-Mitarbeiter notiert. Der Ver.di-Handelsexperte Achim Neumann sagte dem MDR, was Lidl gemacht habe, dürfe man nicht hinnehmen. „Wenn Unternehmen den Rechtsstaat mit Füßen treten, dann müssen sie weg.“ Er bekräftigte das Ziel, bei Lidl Betriebsräte durchzusetzen. Dann würden „solche Schweinereien“ nicht mehr passieren.
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, sagte dem „Stern“, dass das Protokollieren eines Toilettenbesuchs und ähnliches einen schweren Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz darstelle: „Ich gehe davon aus, dass, wenn solche Vorgänge bekannt werden, die zuständige Datenschutzbehörde tätig wird und Ermittlungen einleitet.“
hei/Reuters

Nun ist ja schon seit längere Zeit bekannt, dass Lidl, wie übrigens eine ganze Reihe anderer, auch namhafte, deutsche Arbeitgeber, Arbeitnehmerrechte, Grundrechte, ja sogar Menschenrechte, mit Füßen treten.

Thomas Didier (26.03.2008 20:50)
Ich bin damals als Student
stundenlang per Kamera bei meiner Kassiertätigkeit bei LIDL beobachtet worden. Auch Mobbing war dort (nicht nur gegen mich) gang und gäbe. So etwas habe ich nur noch bei Plus erlebt. Sonst nirgendwo. Schade, dass Arbeitnehmer kaum etwas dagegen tun können und nach den Hartz"Reformen" noch zusätzlich unter Druck geraten sind.
(Kommentar zum oben ausgeführten Artikel)

Für Außenstehende, für noch nicht Betroffene heute sicher schwer nachvollziehbar. Sie glauben in einem Rechtsstaat zu leben. Auch ich war einmal davon überzeugt. Doch dann wurde ich Opfer einer bösartigen Mobbingkampagne und ich musste erfahren, dass der so genannte Rechtsstaat nicht hilft.

Der Ver.di-Handelsexperte Achim Neumann sagte dem MDR, was Lidl gemacht habe, dürfe man nicht hinnehmen. „Wenn Unternehmen den Rechtsstaat mit Füßen treten, dann müssen sie weg.“

Hier hat Herr Achim Neumann Recht. Doch scheint er die gelebte Praxis nicht zu kennen.
Fakt ist leider, dass Unternehmen sehr wohl den Rechtsstaat mit Füßen treten. Sie wissen, dass sie das ungestraft tun können. Sie wissen, dass es keine Strafverfolgung geben wird.
Wenn dann doch mal ausnahmsweise eine Ordnungsstrafe oder ähnliches fällig sein sollte, dann ist diese so lächerlich gering, dass die Unternehmen diese aus der berühmten „Portokasse“ zahlen und den Verlust auch noch als Betriebskosten von der Steuer absetzen können.
Obwohl diese Missstände bekannt sind, sehen Politiker in der gesetzgebenden Versammlung und auch das Justizministerium keinen Handlungsbedarf.

Natürlich hat auch Peter Schaar Recht, wenn er dies äußert:

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, sagte dem „Stern“, dass das Protokollieren eines Toilettenbesuchs und ähnliches einen schweren Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz darstelle: „Ich gehe davon aus, dass, wenn solche Vorgänge bekannt werden, die zuständige Datenschutzbehörde tätig wird und Ermittlungen einleitet.“

Doch unsere Erfahrung sagt uns: Dies ist reines Wunschdenken.

Keine Firma, auch Lidl nicht, wird zugeben einen Mitarbeiter auf Grund der beobachten häufigen Toilettenbesuche zu entlassen oder abzumahnen.
Die Unternehmen wissen sehr wohl, dass diese Praxis den Gesetzen widerspricht. So handeln sie eindeutig vorsätzlich, wenn sie ihre Unternehmen mit Kameras nur so spicken. Das Risiko erwischt und bestraft zu werden bleibt ja weiterhin gering.

Keiner der Beobachteten, weder der Arbeitnehmer noch der Kunde oder Gast, kann nachvollziehen wer am anderen Ende der Kamera sitzt und wie dieser das Beobachtete wahrnimmt und verwertet.

Ich selbst habe, in dem Untenehmen welches ich leider nur allzu gut kenne und welches einen Freizeitpark betreibt der mit Kameras gespickt ist, erlebt, dass die eingefangenen Bilder völlig unkontrolliert an öffentlichen Stellen auflaufen.
Ich habe erlebt, wie Mitarbeiter dieser Firma mittels Zoom und Lenkfähigkeit der installierten Domkameras „hübsche Mädchen mit kurzen Röcken“ ausspähten und mit zotigen Sprüchen weniger wohlgeratene Menschen beurteilten.
Eine dieser TV Leitungen führte direkt in das Wohnhaus des Firmeninhabers. Was der mit diesen Bildern gemacht hat, dass wissen wohl nur die Götter.

Man kann sich leicht vorstellen, wie Vorgesetzte urteilen, wenn diese zufällig, in einer Momentaufnahme, einen Mitarbeiter beobachten, der sich mal, aus welchen Gründen auch immer, gerade etwas ungeschickt anstellt.
Wenn sie dann von der Chefsekretärin auch gleich den Namen und die Abteilung des „ungeschickten“ Mitarbeiters auf einem „Silbertablett“ serviert bekommen, dann hat dieser Vorgesetzte sich eine Meinung über diesen Mitarbeiter gebildet. Es ist dann völlig unerheblich weshalb der Mitarbeiter offiziell kurze Zeit später entlassen wird.
So gesehen ist jeder Einsatz von Kameras in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz immer bedenklich. Doch, wie schon im unten stehenden Kommentar bemerkt wird, der Staat macht es vor.

cicero teutonicus (26.03.2008 20:07)
Lidl
Lidl macht doch nur das, was unser Staat schon immer gemacht hat und heute immer mehr machen will. Hier ist der Name Schäuble schon fast überflüssig. Regt sich hier jemand von den Gewerkschaften oder sonstigen Vereinigungen auf?

Das man dann den mündigen Bürger auch noch für blöd hält, spricht nicht für die Intelligenz desjenigen, der dann behauptet, die Detektive hätten aus eigenem Antrieb gehandelt.

werner (26.03.2008 21:10)
Lidl hält euch für doof
Detektive die sich mehr Arbeit machen als nötig. Klaro!. Na ja, die Doofen glauben das und gehen weiter bei Lidl einkaufen.

dmeyer (26.03.2008 21:13)
Kein Einkauf bei Lidl
Meine Frau und ich kaufen schon seit Jahren nicht mehr bei Lidl ein. Wenn das viele machen, wachen die Manager vielleicht auf und achten die Menschenwürde.
Jawohl! Nur das hilft. Siehe Shell und die Bohrinsel!
Abschließend möchte ich diesen Kommentar stehen lassen:

Trapattobi (26.03.2008 18:57)
Staatsanwalt statt Betriebsrat
Was hier passiert ist, ist hochkriminell. Da braucht es keinen Kostentreibenden Betriebsrat, sondern Staatsanwälte, welche die Verantwortlichen Personen sanktionieren, damit diese nicht glauben, das so was ungesühnt bleibt. Dass die Detektive diese "Fleißarbeit" aus Jux & Tollerei und ohne Auftrag gemacht haben, glaubt hoffentlich niemand.
Staatsanwalt statt Betriebsrat! Ja schön wär’s. Doch der Staatsanwalt wird nicht eingreifen, genauso wie andere Verantwortliche keinen Handlungsbedarf sehen.

WIR bleiben dran!

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Samstag, 15. März 2008

Lehrjahre sind keine Herrenjahre!

Dieser Spruch aus den 60er und 70er Jahren gegen die Initiativen von Lehrlingen gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen taucht in den letzten Jahren immer wieder auf. Seit Hartz IV haben sich nachweisliche alle gesellschaftlichen Bedingungen verschlechtert. Unglaublich was sich heutzutage im Bereich Ausbildung abspielt. Arbeitszeiten von 16 Stunden pro Tag scheinen heute wohl keine Ausnahme mehr zu sein. Belästigung, Schikane und Mobbing sind in unserem Land in der Zwischenzeit so selbstverständlich geworden, dass man eigentlich nur noch fragen muss, warum haben wir eigentlich ein Grundgesetz, Jugendämter und eine Gewerbeaufsicht?
Und was machen unsere Politikerinnen und Politiker in ihren Wellnessoasen, sie schauen weg wie immer, oder fahren nach China und sonst wo hin und fordern Menschenrechte ein. Welche Menschenrechte fordern sie eigentlich ein? Chinesische Arbeitsbedingungen haben wir doch hier genug, und wenn es mal eine oder ein Auszubildende(r) wagen sollte, seine Meinung über die sozialen Verhältnisse frei zu äußern, na dann lesen sie mal nach bei Dr. Azubi oder lassen sich mal den Bericht in der Sendung Monitor vom 13.032008 - https://www.wdr.de/tv/monitor/beitragsuebersicht. - erklären. Oder was einer jungen Küchenhelferin in einem Nürnberger Nobelrestaurant - Nobelfolterkeller wäre wohl besser – geschehen ist, kann man unter dem folgenden Link nachlesen. Die Zeitung aus Nürnberg hat ihren Artikel sachgemäß betitelt mit: Sadistischer Chefkoch: Folter mit kochendem Öl.
http://www.abendzeitung.de/nuernberg/1332
Welche Menschenrechte wollen nun die deutschen Politiker einfordern, die, die sie im eigenen Land durch Wegschauen galant übergehen, also Folter, sexuelle Belästigung, Mobbing, Schikane, Löhne unterhalb von Hartz IV (Die neue Armut) und so weiter. Eigentlich müsste durch Deutschland schon längst ein Heer von UN-Menschenrechtsbeobachter unterwegs sein, damit endlich das Ausmaß erfasst wird.
Und unsere neue Nationalhymne sollte mit dem Text beginnen:
Wo sind sie nur geblieben
Die Menschrechte im Land von Goethe und Schiller
Und wieder war es mal keiner gewesen
Wie immer
Nur blöde, diesmal gibt es keinen Adolf
Dem man alles in die Schuhe schieben kann
hg

Donnerstag, 6. März 2008

Gestern „Wanderarbeiter“ - Heute „Leiharbeiter“ / Ein Verstoß gegen die Menschenrechte!

Artikel 23.
(1) Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit.
(2) Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
(3) Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemessene und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert und die, wenn nötig, durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu ergänzen ist.
(4) Jeder hat das Recht, zum Schutz seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

In der Sendung „Frontal 21“ vom 4.März 2008 des ZDF wird in aller Deutlichkeit gesagt, welche Chancen die Leiharbeit für den Leiharbeitnehmer bietet und vor Allem, welche Chancen Leiharbeit nicht bietet.
Ein von den Leiharbeitgebern oft als Vorzug gepriesener Vorteil der Leiharbeit, nämlich die große Chance der Übernahme in eine Festanstellung, wird gerade durch die jüngsten Entwicklungen bei BMW, Siemens und Henkel, eindeutig widerlegt.
So sagt Claudia Weinkopf vom Institut für Arbeit und Qualifikation in Gelsenkirchen:
„Wir wissen aus statistischen Auswertungen, dass es etwa 15 Prozent vielleicht sind, die direkt in einem Betrieb, in dem sie vorher als Leiharbeitskräfte eingesetzt waren, übernommen werden, also ein relativ geringer Anteil.“
Sicherlich ist es richtig, dass Leiharbeit in Bezug auf Produktions- und Nachfragespitzen, ein gutes Argument für Arbeitgeber ist auf Leiharbeit zurückzugreifen.
Doch bei einer dauerhaften (im dargestellten Fall BMW - 5 Jahre) der gleichen Leiharbeitnehmer, kann man wohl eher nicht mehr von marktabhängigen Produktionsspitzen sprechen.
Vielmehr hat hier die Verantwortungslosigkeit der Arbeitgeber wie auch der Betriebsräte dieser nachfragenden Firmen, gegenüber allen Arbeitnehmern um sich gegriffen.

Für einen Staat, der sich als Staat der sozialen Marktwirtschaft sieht und der sich nach wie vor als einen solchen bezeichnet, sollte gelten: Wenn ich, als Arbeitgeber, die Arbeitsleistung von Arbeitnehmern abfrage, so muss ich auch zu jenen Arbeitnehmern stehen, meine Fürsorgepflicht wahrnehmen und für sie Verantwortung tragen.
Auch müssen allen Arbeitnehmern (Festangestellten und Leiharbeitnehmern) die gleichen Rechte und vor Allem die gleiche Bezahlung gewährt werden. Dies gebietet schon eindeutig der, oben zitierte, Artikel 23 der Menschenrechte.

Doch die gelebte Praxis sieht anders aus. Denn der, an und für sich vernünftige, Grundgedanke der Leiharbeit wird hier und heute durch viele Deutsche Arbeitgeber massiv missbraucht und so ad absurdum geführt.

Schlimmste Anwendung hierbei ist die Praxis der Agentur für Arbeit, Arbeitlose in Leiharbeit zu zwingen. Dabei die Zumutbarkeitsregeln so weit zu interpretieren, dass man einem Arbeitslosen, bei Weigerung eine Leiharbeit anzunehmen, die Leistungen streicht.
Ein klarer Verstoß gegen den Artikel 23 der Menschenrechte.

Vor diesem Hintergrund sollte gelten: Wenn Leiharbeit notwendig und der Marktsituation entsprechend vernünftig ist, dann muss ein unmissverständliches Reglement hierfür geschaffen und durchgesetzt werden, welches Missbrauch ausschließt.
  • Grundvorausätzung können hierbei nur die gleichen Bedingungen für Leiharbeitnehmer im Vergleich mit Festangestellten sein.
  • Leiharbeit darf nur in einem vernünftigen Rahmen befristet abgerufen werden.
  • Die Agenturen für Arbeit dürfen keine Arbeitslosen in die Leiharbeit zwingen.

Dies sollte eigentlich im Interesse aller und vor allen Dingen im Sinne der Gewerkschaften, der Betriebsräte der abfragenden Firmen und aller Festangestellten sein.

Dem Grundsatz: „Leben und leben lassen!“ sollte wieder in allen Bereichen der Gesellschaft Geltung verschafft werden. Dann würde diese Gesellschaft auch wieder als gerecht empfunden werden. Man bräuchte sich dann nicht, seitens der „großen Volksparteien“, derart lächerlich machen und ein kommunistisches Schreckgespenst an die Wand malen.

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